Ben Kleinebrecht | diplom-biologe.de
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Aussaat von Sukkulenten

Sukkulenten sind Pflanzen aus niederschlagsarmen und warmen Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung. Sie kommen zumeist in Afrika und Amerika vor. Die Vermehrung durch Samen auf der Fensterbank ist nicht allzu schwer. Da sich die Aussaat verschiedener Arten wenig unterscheidet, hier eine allgemeine Zusammenstellung:

Auswahl der Samen:

Die Samen der Sukkulenten sind meist mehrere Jahre keimfähig. Sie müssen auch in der Natur widrige Jahre ohne Niederschlag überstehen können, den sie für die Keimung benötigen.

Zeitpunkt der Aussaat:

Ein großer Vorteil sukkulenter Pflanzen ist, daß man sie das ganze Jahr über aussähen kann. So ist für das Hobby immer Zeit...

Das Substrat:

Der Fachhandel bietet speziell gemischte Sukkulentenerde an. Sie besteht aus Teilen von verschieden gekörntem Sand, Humus und Perlite. Für das nicht fachmännisch betriebene Hobby reicht am besten die Kakteenerde, die es im Baumarkt zu kaufen gibt.

Fungizid:

Die Sukkulenten neigen dazu, von Pilzen befallen zu werden. Es ist nicht die schlechteste Sache, wenn man die Erde im Vorfeld mit einem Fungizid behandelt. Dies kann man auch später mit den Sämlingen wiederholen. Fungizide gibt es im Handel. (Fungi = Pilze)

Töpfe und Gewächshäuser:

Vor der Aussaat sollten die Töpfe gereinigt werden, um Pflanzenkrankheiten oder gefräßige Schädlinge der letzten Bewohner nicht mit zu schleppen. Plastiktöpfe verhindern die gefährliche Austrockung der Keimlinge besser als Tontöpfe, ich würde diesen den Vorzug geben. Für Sukkulenten ist ein Zimmergewächshaus aus dem Bau- oder Gartenmarkt eine gute Lösung. Sie sind mit einer Plastikhaube ausgestattet, die das Austrocknen und Themperaturschwankungen verhindert. Im Winter kann man es auf eine beheizbare Thermomatte stellen, die eine gleichmäßige Temperatur hält und so beste Ergebnisse erreicht werden. Der Perfektion sind natürlich keine Grenzen gesetzt, es gibt für mehr Geld auch bessere Möglichkeiten...

Die Aussaat:

Die Natur hat verschiedene Varianten der Keimung vorgesehen. So gibt es z.B. Dunkel- und Lichtkeimer, massive und feine Samen.

Lichtkeimer werden auf die Aussaaterde gestreut und mittels eines Brettchens flach angedrückt.
Feine Samen, geflügelte und flache Samen werden auf die Erde gestreut und in Samenstärke mit Erde überdeckt.
Samen mit einer harten Schale werden für einen Tag in lauwarmes Wasser eingeweicht. Zuvor sollte man sie anfeilen, um die harte Schale durchlässiger zu machen.
Dunkelkeimer wie Dioscorea sollten bis nach der Keimung in Dunkelheit (z.B. einer Schublade) gehalten werden!
Wichtig ist, unbedingt das Austrocknen zu verhindern. Feucht heißt übrigens nicht naß!

Auf eine gute Durchlüftung ist zu achten.
Die beste Keimtemperatur beträgt 25-30 °C.

Nach der Keimung:

Jetzt benötigen die Keimlinge weniger Wasser, langsam etwas trockener halten. Sie benötigen viel Licht und freie Luftzirkulation, aber kein direktes Sonnenlicht. Ca. 40 % Schatten ist angebracht.

Wenn sich die Keimlinge platzmäßig behindern, sollten sie vereinzelt werden. Hierzu löst man die Kleinen vorsichtig mit anhängender Erde aus dem Keimgefäß heraus und setzt sie in kleine Töpfe. Hier können sie dann ungestört weiterwachsen. Sie wachsen hier so lange, bis die Wurzeln den Topf ausgefüllt haben, dann geht´s in einen neuen, größeren Topf oder ins Freiland.

Dioscorea kann man ruhig ein Jahr im Aussaatgefäss belassen, sie werden nur wenige Blätter produzieren, nach einigen Monaten kann man mal unter der Erde nachsehen, ob sich ein Caudex gebildet hat.