Allgemeine Aussaattips
Jeder Pflanzenfreund hat aus dem Urlaub schon einmal Samen oder Ableger von Pflanzen aus südlicheren Gefilden mitgebracht und in Erde gesetzt. Nicht immer ist daraus etwas geworden.
Viele Pflanzen haben spezielle Bedürfnisse, die auf den Lebensraum abgestimmt sind, aus dem sie kommen. So ist die erste Regel, immer das Umfeld der Mutterpflanze betrachten, um dem Sämling ähnliche Bedingungen zu schaffen.
Ansonsten habe ich hier einfach einmal aufgeschrieben, was im Allgemeinen bei der Anzucht beachtet werden sollte, wenn man nicht gerade einen absoluten Spezialisten erwischt hat, klappt die Anzucht hiermit schon meist...
Auswahl der Samen:
Nicht alle Samen sind mit unbegrenzter Keimdauer ausgestattet. Es kommt wieder auf die Herkunft an. So müssen die meisten bei mir angebotenen Sukkulenten in der Natur mit langen Trockenperioden auskommen, würde ein Samen nicht lange keimfähig bleiben, hätten diese Arten keine Chance. Diese Samen kapseln sich oft mit einer harten Schale ein. Weiche Samen aus den Tropen finden optimale Keimbedingungen vor und brauchen diesen Austrocknungsschutz nicht, halten aber auch nicht so lange. Unsere Gartenpflanzen sind meist mehrjährig keimfähig. Alle hier angebotenen Samen von Gartenpflanzen sind jeweils aus der letzten Gartensaison, worauf man beim Kauf auch achten sollte.
Zeitpunkt der Aussaat:
Ein großer Vorteil vieler tropischer und sukkulenter Pflanzen ist, daß man sie das ganze Jahr über aussähen kann. Wenn das Gartenjahr vorbei ist, ist auf der Fensterbank oder im Zimmergewächshaus noch lange nicht Schluß... Bei den Gartenpflanzen ist dies anders, sie wollen meist zu bestimmten Zeiten in die Erde gebracht werden, häufig im Frühjahr. Aus diesem Grunde erhält man bei mir auch nur Samen, die auch zu diesem Zeitpunkt ausgesäht werden können.
Das Substrat:
Ein erster Fehler ist oft, die falsche Erde zu benutzen. In normaler Blumenerde erzielt man keine optimalen Erfolge. Sie ist meist aufgedüngt, die Düngersalze schädigen die jungen Wurzeln. Dem Samen ist mit seinen Inhaltsstoffen von Natur aus genügend Nahrung mitgegeben worden, um die erste Zeit ausgesorgt zu sein. (sogar soviele Nährstoffe sind vorhanden, daß sie von uns ausgiebig als Nahrungsquelle für Mehl und Öle genutzt werden). Für den Hobby-Gärtner bietet sich im Handel erhältliche Aussaaterde an, sie ist nährstoffarm und weist die nötige Wasserdurchlässigkeit auf. Sicherlich gibt es für alle Pflanzen optimale Erdmischungen, die man mit Sand, Humus, Kompost, Lehm etc. selbst herstellen kann, doch dafür wurden genügend Bücher geschrieben, in denen das dann genau steht.
Töpfe und Gewächshäuser:
Vor der Aussaat sollten die Töpfe gereinigt werden, um Pflanzenkrankheiten oder gefräßige Schädlinge der letzten Saison nicht mit in die Neue zu schleppen. Plastiktöpfe verhindern die gefährliche Austrockung der Keimlinge besser als Tontöpfe, ich würde diesen den Vorzug geben. Für tropische Pflanzen oder Sukkulenten ist ein Zimmergewächshaus aus dem Bau- oder Gartenmarkt eine gute Lösung. Sie sind mit einer Plastikhaube ausgestattet, die das Austrocknen und Themperaturschwankungen verhindert. Im Winter kann man es auf eine beheizbare Thermomatte stellen, die eine gleichmäßige Temperatur hält und so beste Ergebnisse erreicht werden. Der Perfektion sind natürlich keine Grenzen gesetzt, es gibt für mehr Geld auch bessere Möglichkeiten...
Die Aussaat:
Die Natur hat verschiedene Varianten der Keimung vorgesehen. So gibt es z.B. Dunkel- und Lichtkeimer, massive und feine Samen.
Lichtkeimer werden auf die Aussaaterde gestreut und mittels eines Brettchens flach angedrückt.
Feine Samen, geflügelte und flache Samen werden auf die Erde gestreut und in Samenstärke mit Erde überdeckt.
Samen mit einer harten Schale werden für einen Tag in lauwarmes Wasser eingeweicht. Zuvor sollte man sie anfeilen, um die harte Schale durchlässiger zu machn.
Es gibt Samen, die nur nach einer Hitzebehandlung gut keimen. Zu diesen und anderen Spezialisten gebe ich in den Aussaatanleitungen entsprechende Tipps.
Wichtig ist, unbedingt das Austrocknen zu verhindern. Töpfe können mit einer Folie überdeckt werden, in Zimmergewächshäusern reguliert sich die Feuchtigkeit fast von selbst. Feucht heißt übrigens nicht naß!
Nach der Keimung:
Wenn die Keimblätter und ca. 6 weitere erschienen sind, sollten die Keimlinge vereinzelt werden. Hierzu löst man die Kleinen vorsichtig mit anhängender Erde aus dem Keimgefäß heraus und setzt sie in kleine Töpfe. Hier können sie dann ungestört weiterwachsen. Sie wachsen hier so lange, bis die Wurzeln den Topf ausgefüllt haben, dann geht´s in einen neuen, größeren Topf oder ins Freiland.
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